Aufgrund der behördlichen Anordnungen hat der Kirchgemeinderat beschlossen, alle Anlässe der Kirchgemeinde Bürglen ab sofort bis am
7. Juni 2020
abzusagen.

Abdankungen sind aufgrund der aktuellen Situation auf den Familienkreis zu beschränken.

Informationen zur Durchführung von Beerdigungen

 

Bereitschaftsnummer für Seelsorge und Trauerfeiern
vom 25. Mai
bis 31. Mai 2020:

Pfr. Kaspar Schweizer, Tel. 032 372 20 70.

Wir sind gerne für Sie da.


Die Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn arbeiten mit der Dargebotenen Hand (Nr. 143) zusammen. Diese ist für Notfälle rund um die Uhr erreichbar (Tel. 143; www.143.ch).

Für Hilfeleistungen, z. B. für Einkäufe, können Sie sich gerne an die Sozialdiakonie, Tel. 032 373 35 85, wenden.

Wir bleiben in dieser Zeit in Gedanken und Gebeten miteinander verbunden und laden ein, die Gottesdienste im Radio und Fernsehen mitzufeiern.


Mütterliche Menschen

Unbenanntes Dokument Unbenanntes Dokument

 

«Muttertag» steht in diesem Monat im Kalender. Dies ist kein kirchlicher Feiertag. Die «Erfinderin» des Muttertags, Anna Jarvis, wollte einen Tag, um die Leistung von Müttern zu würdigen und wählte dazu den Todestag ihrer eigenen Mutter. Sie sorgte dafür, dass am zweiten Sonntag im Mai 1914 der Muttertag als nationaler Feiertag in den USA eingeführt wurde. Später kam er auch nach England, in die Schweiz, nach Norwegen und Schweden. Im Laufe der Zeit entwickelte sich der Muttertag mehr und mehr zu einem Fest der Geschenke. Diese Entwicklung hatte Anna Jarvis nicht beabsichtigt. Als sie verärgert vor Gericht zog, um den Muttertag in seiner kommerzialisierten Form wieder verbieten zu lassen, verlor sie den Prozess.


Muttertag ist kein kirchlicher Feiertag, aber ich kann diesen Tag für mich neu deuten. Vielleicht so: Ich verdanke mein Leben nicht mir selbst. Es brauchte Vater und Mutter, um zur Welt zu kommen. Ich verdanke meine Spiritualität, mein geistliches Leben auch nicht mir selbst, sondern der Liebe Gottes. Sie ist wie ein gütiger Vater und wie eine starke Mutter, die für ihre Kinder sorgen.
Meines Erachtens will uns der Muttertag an mütterliche Menschen erinnern, weil sie uns etwas von dem vorleben, was für unser Zusammenleben wichtig, ja wesentlich ist. So ist der Muttertag meines Erachtens eine Gelegenheit zu danken für mütterliche Menschen, weiblichen und männlichen Geschlechts. Und auch Gott zu danken, der unser aller Mutter ist und uns begegnet in mütterlichen Menschen.


Wenn wir Mütterlichkeit als Fähigkeit verstehen, Menschen anzunehmen, sie zu nähren, zu tragen und ihnen Geborgenheit zu schenken, dann sind das zutiefst christliche Aufgaben. Und jeder Mensch, ob Frau oder Mann oder Kind, kann so verstanden ein mütterlicher Mensch sein.


Mütterlichkeit ist nicht beschränkt auf Frauen, die Kinder geboren haben. Sie ist vielmehr eine Kraft des Herzens und unser aller Aufgabe, um die wir uns mühen sollen. Gerade auch als Christen und Christinnen, die um Gottes mütterliche, fürsorgliche und barmherzige Seiten wissen. Die sich bergen im Mantel seiner Liebe; die sich unter seinen ausgebreiteten Flügeln sicher fühlen; die sich von Gott trösten lassen wie von einer Mutter; und um sein Erbarmen bitten. Das Wort für Erbarmen leitet sich im Hebräischen, der Sprache des Alten Testaments, vom Wort für «Gebärmutter» und «Mutterschoss» ab. Barmherzigkeit beschreibt den unbedingten Wunsch, jemandem zu helfen, egal was er oder sie getan hat.


Der Muttertag kann dazu ermutigen, uns einen mütterlichen Lebensstil zu eigen zu machen. Wenn wir dies tun, kann geschehen, was wir in der Bibel lesen: Ein neuer Himmel und eine neue Erde wird unter uns anbrechen. Gott wird unter uns Wohnung nehmen und in unserer Mitte sein. Wir werden Tränen abwischen und unsere Tränen werden abgewischt. Gegen Trauer, Klage und Mühsal werden wir Zeichen setzen, weil wir wie Geschwister umeinander wissen, zueinander schauen und über Grenzen hinweg verbunden sind. Dann wird Leid und Tod nicht mehr das Letzte sein, sondern das Leben.

Wenn wir uns darum bemühen als mütterliche Menschen zu leben, stehen wir in der Nachfolge Jesu, der uns aufforderte, einander zu lieben, wie er es uns vorgelebt hat.

Pfarrerin Beate Schiller